Falkenmoos Gedenkstein

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Weihnachtsmesse  Anno 1800 auf der Falkenmoosalm

Im Jahre 1800 war ganz Südbayern von französischen Truppen besetzt und auch im Gebiet um den Tegernsee waren einige größere Heeresgruppen stationiert. Somit bestand für Tirol immer die große Gefahr, dass diese feindlichen Truppen in das Achental einfallen könnten, um dann weiter ins Inntal durchzubrechen. Aus diesem Grund wurden bereits im Mai 1800 ca. 2000 Soldaten des österreichischen Militärs sowie Schützenkompanien aus dem Unterland in das Achental verlegt, um im Ernstfall die Bergflanken und die Jochübergänge zu verteidigen. Das Achental hatte damals ca. 1000 Bewohner, die für die Unterbringung und Verpflegung der stationierten Soldaten und unzähliger Pferde aufkommen mussten.

Als dann kurz vor Weihnachten der befürchtete Einfall französisch-bayrischer Truppen bevorstand, ließ der damalige österreichische Kommandant am 23. Dezember 1800 das gesamte Tal räumen. Die Zivilbevölkerung floh nicht wie gedacht hinab ins Inntal, sondern im tiefen Schnee hinauf zu ihren Almhütten und Heustadeln, wobei die Pfarrgeistlichkeit und sehr viele Talbewohner die Falkenmoosalm als Unterschlupf wählte, da dort bereits die Achentaler Schützen stationiert waren.

Dort wurde dann gemeinsam am Abend des 25. Dezember im Schein eines großen Feuers bei einem Messstein die heilige Weihnachtsmesse gefeiert, als vom Tal herauf das Geläute der Kirchenglocke zu hören war. Ein über 80 jähriger kränklicher Greis war als einziger im Dorf zurückgeblieben und schaffte es, die „ Sunterin „ eine volle halbe Stunde zu läuten.

Im Jänner 1801 konnte die Bevölkerung wieder ins Tal zurückkehren und auch das Militär wurde abgezogen. Als Erinnerung an dieses Weihnachtswunder wurde der Messstein in die Mauer der Falkenmoosam integriert und mit der Inschrift versehen.

 

ANNO 1800 DEN 25. DEC

IST ALHIER VOR DIE TIROL

SCHARF-SCHITZEN DIE HEIL.

MESSE GELESEN WORDEN

 

Dieser Messstein wurde von der Aschbacher Schützenkompanie 1985 in einer frei stehenden Gedenkstätte eingemauert und erinnert bis heute an die wohl härtesten Weihnachten der Achentaler Bevölkerung. Seither wird jedes Jahr auf der Falkenmoosalm am letzten Sonntag im September eine Gedenkmesse gefeiert.

 

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